Ausblick auf den Mondsee und den Schafberg im Frühling

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Welterbe Pfahlbau Mondsee

2011 wurden die Pfahlbauten im Mondsee in das UNESCO Welterbe aufgenommen. Hier erzählen wir Ihnen die Geschichte der Pfahlbauten im Mondsee.

Eine Sage vom Mondsee erzählt von einem Dorf, welches einst versunken sei und dessen Reste man in der Tiefe des Sees zuweilen noch sehen kann.Wieder einmal ein Beweis, dass in fast jeder Sage in Quäntchen Wahrheit steckt, entstand diese Sage doch tatsächlich aufgrund der von der Wasseroberfläche deutlich erkennbaren Pfähle am Seegrund.

 

 

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

Im Jahre 1854 wurden im Zürichsee die ersten Pfahlansammlungen untersucht und als Reste von Wohnplätzen der Menschen aus der Vorzeit gedeutet. Dieser Fund in Zürich löste einen richtigen Run auf andere Seen im Alpenraum aus und aus dem Jahr 1864 ist ein erster Fund im Attersee dokumentiert.

Doch es war ein gewisser Matthäus Much der zum Altmeister österreichischer Pfahlbauforschung werden sollte. Much kaufte sich dafür nach Entdecken des ersten Pfahlbaufeldes im Mondsee im Jahr 1872 eine Villa am Seeufer, die es ihm während der Sommermonate erlaubte quasi vor seiner Haustüre zu forschen. Mittels einer selbst konstruierten Baggerschaufel, welche abenteuerlich am Heck eines Flachboots befestigt war, gelang es ihm eine unglaubliche Anzahl an Fundstücken vom Seeboden zu bergen. Das Bild einer eigenständigen Kultur, der Mondseekultur, stellte sich heraus.

Die umfangreiche Sammlung von Matthäus Much erwarb zu einem Großteil das urgeschichtliche Institut der Universität Wien, wo sie noch heute aufbewahrt wird. Eine umfangreiche Sammlung befindet sich aber auch im österreichischen Pfahlbaumuseum, direkt neben der Basilika im Ortszentrum von Mondsee.

Wie ging es mit der Pfahlbauforschung weiter:

1936 sollten die neusten technischen Errungenschaften zur Arbeit unter Wasser erprobt werden, jedoch machte die politische Entwicklung dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. 1950 kamen erstmals Tauchbrille und Gummiflossen bei der Bergung von Fundstücken zum Einsatz.

im Jahre 1960 stellte sich dem Heimatmuseum Mondsee eine Tauchgruppe aus Salzburg zur Verfügung. Erstmals kamen bei diesem Vorhaben, die der Rettung von gefährdeten Fundstücken nahe der Seeache diente, Pressluftgeräte und Nasstauchanzüge bei archäologischen Unterwasserarbeiten zum Einsatz.

In den folgenden Jahren fand man im Mondsee noch weitere Pfahlbaufelder und man kam zu der Erkenntnis, dass sich die Pfahlbausiedlungen am Seeufer und nicht im Wasser befanden. Erst Klimaveränderungen ließen den Mondsee um 3,5m ansteigen und dadurch befinden sich heute die Pfahlbausiedlungen unter Wasser.

Durch die Funde aus dem Mondsee, welche heute im österreichischen Pfahlbaumuseum besichtigt werden können, konnten folgende Tatsachen nachgewiesen werden.

Die Pfahlbauern waren Bauern, die verschiedenste Früchte anbauten, darunter Weizen, Gerste und Kohl.

Sie sammelten jedoch auch noch Wildfrüchte (zB Haselnuss und Hagebutte) und verstanden sich auf deren Bevorratung.

An Haustieren wurden unter anderem Hund, Rind, Schaf und Ziege nachgewiesen. Unzähige Wildtiere wurden offensichtlich bejagt. Am häufigsten dürften Rothirsch und Biber bejagt worden sein. Der Biber lieferte wertvollen Pelz und aus dem Hirschhorn des Rothirschen wurden verschiedenen Werkzeuge gefertigt.

Aus Steinen fertigten die Pfahlbauern Mühlen, Äxte und Beile. Dabei wurde nachgewiesen, dass die berühmte Gletschermumie Ötzi einen Feuerstein aus dem gleichen Steinbruch wie die Pfahlbauern am Mondsee besaß. Es herrschte vor 6.000 Jahren also bereits reger Handel in der Region.

An Waffen wurden Pfeil und Bogen, ebenso wie verschiedene Messer geborgen. Schnüre stellten sie aus Bast her und Weberutensilien lassen auf die Fertigkeit des Stoffherstellens schließen.

Für Schmuck verarbeiteten sie Tierzähne, kleine Steine und später auch Kupfer. Das Kupfer stammte aus dem Salzburger Land und aus den Karpaten. Später stellten die Pfahlbauern auch Bronze her, woher jedoch der dafür notwendige Zinn stammt ist bis heute nicht geklärt.

Besondere Meister waren die Pfahlbauern jedoch in der Töpferei. Die Keramiken weisen einen beachtlichen Formenschatz auf und gelten als so genannter Hauptleitfund für die Pfahlbauten am Mondsee.

Sollten Sie sich noch mehr in die Thematik vertiefen wollen, so sei Ihnen folgende Lektüre ans Herz gelegt:

Mondsee - 5.000 Jahre Geschichte und Kultur, Walter Kunze, Selbstverlag der Marktgemeinde Mondsee, 2. Auflage, 1991

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