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120 Jahre Seefest

Die Geschichte des Sommerhöhepunktes in Mondsee.

Im Zuge der Recherche zu diesem Artikel ist eines klar geworden – es ist gar nicht so leicht, den exakten Beginn des Seefestes zu datieren. Beim Durchstöbern der Aufzeichnungen kommt man auf verschiedene Jubiläumsfeiern, wie zum Beispiel das „25. Seefest“ im Jahre 1973. Demzufolge müsste das erste Seefest 1958 stattgefunden haben. Dies stimmt aber auch nicht so ganz, weil es bereits genaue Aufzeichnungen und Plakate vom Seefest 1953 gibt. Viel interessanter aber ist, dass es in den Aufzeichnungen der Bürgermusikkapelle Mondsee bereits Konzerte im Jahre 1894 gegeben hat, die unter der Bezeichnung „Seefest“ eingetragen wurden. Somit kann man von einem Jubiläum in diesem Jahr sprechen – 120 Jahre Seefest. Wobei es sich aber hierbei nicht um tatsächliche 120 Seefeste handelt, denn es hat in den Kriegsjahren und in der Zwischenkriegszeit keine Seefeste gegeben. Zumindest keine, die protokolliert wurden. Auch ist bekannt, dass es kein Seefest zwischen 1981 und 1996 gab. Die Tatsache, dass das genaue Gründungsdatum nicht exakt feststellbar ist, ist genauso interessant wie die Entwicklung des Seefestes an sich.


Über das Seefest um die Jahrhundertwende kann leider nur spekuliert werden, aber schon das Datum alleine lässt vermuten, dass das Seefest vermehrt zu Ehren des damaligen Kaisers, Franz Joseph I. abgehalten wurde. Meist fand es rund um des Kaisers Geburtstag statt. Das erste protokollierte Seefest ging unter den Namen „See-und Uferfest“ am 23. August 1894 über die Bühne gefolgt vom „See- und Uferfest“ am 27. August  1895. Beide Male spielte die Bürgermusikkapelle Mondsee. Über die Dauer dieser Seefeste ist leider nichts bekannt. Die darauffolgenden Seefeste sind erst ein paar Jahre später verzeichnet. In den Jahren 1903 bis 1905 fanden jährlich Seefeste statt. Das Datum rutscht dabei etwas vor. Meistens findet es zwischen dem 8. und 15. August statt. Also immer kurz vor dem Geburtstag seiner Majestät dem Kaiser, welcher am 18. August gefeiert wurde. Im Jahr 1904 wurde das Seefest sogar mit einem Feuerwerk und Beleuchtung zu Ehren seiner Majestät dem Kaiser gekrönt. Nach 1905 enden die Aufzeichnungen des Seefestes  bis zum Jahre 1953. Allerdings verzeichnet die Bürgermusikkapelle Mondsee einige Auftritte beim Kaiserfest, welches immer am Geburtstag des Kaisers abgehalten wurde.

Die Seefeste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind jedoch genau protokoliert. Mit einem einfachen Bierzelt, am ersten Sonntag im August, und musikalischer Begleitung hat es angefangen und ist stetig gewachsen. Bereits in den 50er Jahren gab es Wasserschieinlagen und das große Seefeuerwerk sowie einen Kinderfestzug. In den 60er und 70er Jahren wurde das Angebot auf eine Wahl zu Miss Mondsee, der Burda-Fliegerstaffel, Fallschirmsprünge, und dem berühmten Drachenwand Bergfeuer und einigen weiteren Darbietungen, wie zum Beispiel einem Luftballon-Preisfliegen im Jahr 1972, wo ein Luftballon den Rekordflug erreichte und an der jugoslawischen Adria in Zadare nach einer Strecke von ca. 770 Kilometern landete, erweitert. Begonnen hat es mit einem eintägigen Fest, welches am Abend davor eine kleine musikalische Einstimmung bot und erweiterte sich zu einem mehrtägigen Musikprogramm. In den 70er Jahren gab es bereits zwei Tage vor dem Seefestsonntag und auch die Woche danach musikalische Darbietungen im Bierzelt. In dieser Zeit wurde das Seefest offiziell mit dem Bieranstich durch den Bürgermeister bereits am Freitagabend eröffnet. Der Höhepunkt blieb aber immer der Seefestsonntag, der früher  oft aufgrund des schlechten Wetters verschoben bzw. abgesagt werden musste. Vor der großen Seefestpause in den 80er Jahren fällt besonders auf, dass das Hauptaugenmerk der musikalischen Untermalung bei örtlichen und befreundeten Musikvereinen lag. Die Blasmusikkapelle „Die Linzer Buam“ war in jedem Seefestjahr der Höhepunkt im Bierzelt. 

 
Als das Seefest 1996 erneut organisiert wurde, hat sich das Programm deutlich geändert. Drei Tage Festprogramm sind ein fixer Bestandteil geworden. Eine Verschiebung bei Schlechtwetter gab es nun nicht mehr. Das Gelände wurde besser abgesperrt und dadurch waren keine acht Eintritts-Kassen mehr nötig. Das Musik-Bierzelt wurde durch eine richtige Konzertbühne ersetzt. Die musikalische Darbietung streckt sich über die lokalen Grenzen hinaus und lädt Superstars und Kultbands wie „DJ Ötzi“, „Spyder Murphy  Gang“, „Hot Chocolate“, „Ten Years After“, „The Animals & Friends“, „Nik P“,  „Rainhard Fendrich“, „Wolfgang Ambros“,  „EAV“, „Nena“ und das „Electric Light Orchestra“ um nur einige zu nennen, auf die Festbühne ein. DJ’s und Coverbands vervollständigen die musikalische Begleitung. Der Seefestsonntag wird zum Familientag erklärt. Beginnend mit dem Frühschoppen und weiteren Unterhaltungsprogrammen für die Erwachsenen, gibt es für die Kinder viel Spannendes mit den Clowns, den Zauberern, dem Kinderschminken oder bei der Kid- Mania zu erleben. Das Seefeuerwerk mit der Mondseebuchtshow bildet noch immer den krönenden Abschluss des Festwochenendes und wird, nach wie vor, vom Drachenwandbergfeuer begleitet. Auch wenn man den genauen Beginn des Seefestes nicht mehr mit exakter Sicherheit datieren kann, eines steht fest: Das Seefest ist zu einer schönen Tradition geworden, das sich dem Wandel der Zeit angepasst hat, und mittlerweile unverzichtbar geworden ist.

Kontakt

Tourismusverband Mondsee-Irrsee
Dr. Franz Müller Str. 3
5310 Mondsee

+43 6232 2270
+43 6232 2270-22
info@mondsee.at
mondsee.salzkammergut.at/