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Sommerfrische

Zeit zum Erholen auf dem Lande

Der Begriff Sommerfrische bezeichnet im Allgemeinen sowohl die jahreszeitliche Übersiedlung aus der Stadt auf das Land als auch den Zielort. Der Ausdruck „Sommerfrische“ hat sich im 19. Jahrhundert verbreitet und war quasi  der Vorgänger von den modernen Wörtern „Urlaub“ oder „Ferien“. In Österreich erlebte die Sommerfrische ihre Blütezeit um die Jahrhundertwende und reichte bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. Schon in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts erwarb der kaiserliche Hof aus Wien einen Sommersitz in Bad Ischl, was zum generellen Anstieg der Gäste im Salzkammergut führte. Somit zählte das Salzkammergut zu den wichtigsten Sommerfrischeorten und auch das MondSeeLand wurde von zahlreichen Erholungssuchenden besucht.


Als Beginn der Sommerfrische in Mondsee kann das Jahr 1867 angesehen werden. Waren es zuerst die Tagesgäste der Sommerfrischler aus Bad Ischl, die zum Baden an den schönen Mondsee kamen, dauerte es jedoch nicht lange, bis Mondsee selbst das Ziel der Erholungssuchenden wurde. Der damalige Bürgermeister Peter Tafner erkannte die touristische Bedeutung des, wie es damals noch so schön hieß, „Fremdenverkehrs“ und leitete die ersten Maßnahmen für eine „Fremdenverkehrswirtschaft“ ein. Auch der Mondseer Apotheker, Rudolf Hinterhuber warb bereits in seinem Büchlein „Mondsee und seine Umgebungen“ für den Besuch des MondSeeLandes und beschrieb auch Spaziergänge und Ausflugsziele. Rasch wurde Mondsee von den Sommerfrischlern als Sommerdomizil angenommen, bereits im Jahr 1867 zählte man 200 Gäste, die meist aus Wien stammten. Der Sommerfrischebetrieb war durch eine längere Aufenthaltsdauer der Gäste gekennzeichnet. Sie mieteten Sommerwohnungen und reisten mit der ganzen Familie und dem Dienstpersonal an. Besonders beliebt bei den Sommerfrischlern waren die Seebäder. Schnell wurde das Königsbad errichtet, welches eine große Anzahl von Badegästen aufnahm.

Auch bei der einheimischen Jugend feierte die Sommerfrische große Beliebtheit. In Anlehnung an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, entwickelten sie ebenfalls einen Entdeckerdrang. So kam es zur Entdeckung von „Schwarzindien“ indem der Eschenhügel in St. Lorenz von ihnen feierlich in Besitz genommen und eine Fahne als Eroberungszeichen gehisst wurde. Der Name „Schwarzindien“  erfreute sich allgemeiner Beliebtheit sodass wirklich eine Umbenennung folgte und sogar die Station der Salzkammergutlokalbahn danach benannt wurde.


Die steigende Mobilität und auch die Ernennung Mondsees zum Kurort gegen Ende des 19. Jahrhundert führten zu einem stetigen Anwachsen der Sommergäste. Es entstanden See- und Kinderbäder sowie Seeanlagen. Auch die Bergregion wurde immer interessanter. Zu den Anfängen der Sommerfrische hat man die Berge als „unbezwingbar“ eingestuft und hat lediglich kleine Spaziergänge zur Erholung unternommen. Doch dies änderte sich rasch und schon wurde der erst aufblühende Tourismus durch Bergsteiger erweitert. Bereits 1862 entstand das Hotel am Schafberg. Im MondSeeLand entstand das erste Hotel 1883 in Pichl-Auhof und 1911 wurde dann das Hotel Kreuzstein gebaut. Auf  der heutigen Seepromenade entstand 1900 der Musikpavillon und das Seerestaurant mit eigenem Grillroom wurde gebaut. Vor genau 100 Jahren wurde der Helenenweg zum öffentlichen Weg erklärt. Wie die Geschichte zeigt, hat sich in kurzer Zeit viel getan und dies ist auch an den steigenden Gästezahlen zu sehen. Namhafte Künstler, Dichter, Schriftsteller und Komponisten nahmen ebenfalls in Mondsee Aufenthalt und verbrachten hier jahrelang ihre Ferien. Heinrich Noe, Gottfried Keller, Johannes Brahms, Johann August von Strindberg, Friedrich Uhl, Carl Michael Ziehrer um nur einige zu nennen.  Durch die beiden Weltkriege kam es jedoch zu einem Rückgang der Sommerfrischler.


Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, im Jahr 1946, kam es wieder zu einem Anstieg der Gästezahlen und gleichzeitig wurde ein stetiger Wandel im Freizeit- Urlaubsverhalten der Gäste bemerkbar. So wurde der Begriff „Sommerfrische“ durch Urlaub ersetzt, außerdem fuhr man nicht mehr für den ganzen Sommer in ein Feriendomizil, sondern nur mehr für einige wenige Wochen und heute sogar teilweise nur mehr für ein paar Tage. Auch konnte eine Änderung in den Ansprüchen an der Ausstattung der Hotel-Pensionszimmer sowie auch der Urlaubsaktivitäten festgestellt werden. Galt in den Wirtschaftsaufschwung - Jahren (1950-1970er Jahre) ein Zimmer mit fließendem heißem Wasser noch als Luxus, ist das ab den 1980er Jahren bis heute bereits Mindeststandard. Genauso hat sich die Qualität der Urlaubsgestaltung, von den früher eher geruhsamen, hauptsächlich der körperlichen und geistigen Entspannung dienenden Ferien, mit Wanderungen und Schwimmen, in ein teilweise mit sportlichen Aktivitäten durchgeplantes Ferienprogramm entwickelt. Aber damals wie heute, ob Sommerfrische oder Urlaub, aktiv oder gemütlich, alle drängt es in die Natur und der Wunsch und das Bedürfnis nach Erholung, in welcher Form auch immer bleibt ungebrochen.

Kontakt

Tourismusverband Mondsee-Irrsee
Dr. Franz Müller Str. 3
5310 Mondsee

+43 6232 2270
+43 6232 2270-22
info@mondsee.at
mondsee.salzkammergut.at/