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Unterwasserarchäologische Untersuchungen des Kuratoriums Pfahlbauten erfolgreich durchgeführt

Im April 2013 konnten zwei UNESCO-Welterbestätten unter der Leitung des Site Managers Mag. Henrik Pohl für die oberösterreichischen Pfahlbauten erforscht werden.

Nach fast 30 Jahren der Forschungspause wurden die Pfahlbaustationen "See" im Mondsee sowie "Litzlberg-Süd" im Attersee eingehend untersucht.

Ziel war es, eine aktuelle Bestandsaufnahme über den Zustand dieser untergegangenen Dörfer aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. durchzuführen. Dafür wurde mit der Einrichtung eines Monitoringsystems unter Wasser nach modernen Methoden begonnen. Auf diese Weise werden Gefährdungen frühzeitig erkannt und zukünftige Maßnahmen zum Schutz dieser UNESCO-Welterbestätten können rechtzeitig ergriffen werden.

Ein ausgewähltes Team von österreichischen und deutschen WissenschaftstaucherInnen forschte über vier Wochen lang unter Wasser.Das gesamte Areal der Pfahlbausiedlung wurde mit unterschiedlichen Bojen gekennzeichnet und anschließend mit modernsten Vermessungsgeräten eingemessen. Auf einer ausgewählten Strecke von 65 m Länge konnten Sedimentbohrungen und eine Oberflächenaufnahme durchgeführt werden. Zusätzlich wurden spezielle Marker gesetzt, um das Erosionsverhalten, also mögliche zerstörerische Veränderungen am Seeboden, während der kommenden Jahre ablesen und beurteilen zu können.
Die Untersuchungen der überfluteten jungsteinzeitlichen Siedlung im Mondsee konnte die fantastische Erhaltung der Spuren des urgeschichtlichen Lebens klar belegen. Dennoch zeigten sich auch zukünftige Problemfelder, da die Siedlung großflächig durch Erosion bedroht ist. Strömung, Wellengang und andere Faktoren drohen die schützende Deckschicht immer mehr abzutragen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit dieser schädlichen Entwicklungen werden in den nächsten Jahren beobachtet und dokumentiert.

Die Situation an der Pfahlbaustation Litzlberg-Süd im Attersee stellt sich anders als im Mondsee dar. In der geschützten, flachen Bucht westlich der Insel Litzlberg findet man oberflächlich nur vereinzelt die Hinterlassenschaften der Menschen, die an diesem Ufer vor ca. 5000 bis 6000 Jahren siedelten. Besonders markant zeigen sich aber Störungen durch Bojensteine. Die Ketten dieser Steine verursachen sehr große Krater, die zum Teil 10 m im Durchmesser erreichten und sich 1,5 m tief in das Sediment graben. In diesen Bojenkratern fanden sich im Rahmen der Arbeiten auch Spuren der Pfahlbausiedlung, wie Pfähle oder Keramik. Im Sinne des Schutzes der einzigartigen urgeschichtlichen Pfahlbauten müssen deshalb Konzepte für einen schonenden Einsatz von Ankerbojen erarbeitet werden.

Die kalte Jahreszeit ist für die unterwasserarchäologischen Untersuchungen besonders geeignet, weil dann die Sichtweite oft sehr gut ist, es kaum Pflanzenbewuchs unter Wasser gibt und auch noch keine Sportboote die Sicherheit gefährden. Der diesjährige lange Winter stellte die Untersuchungen aber vor außergewöhnliche Herausforderungen: Schneeregen, 3°C Wassertemperatur und oft nur 1-2 m Sichtweite unter Wasser erschwerten die Arbeit der ForschungstaucherInnen. Gute Partner sind deshalb für einen reibungslosen Ablauf der Untersuchungen sehr wichtig. Die aktuellen Arbeiten an den UNESCO-Welterbestationen wurden von der Fa. uwi-tec, die die Sedimentkernbohrungen durchführte, vom Gasthof „See“, der Tauchbasis „Austrian Divers“ in Unterach sowie dem Yachtservice Gebetsroither unterstützt.

geschrieben am 7. Mai von Henrik Pohl

Kontakt

Tourismusverband Mondsee-Irrsee
Dr. Franz Müller Str. 3
5310 Mondsee

+43 6232 2270
+43 6232 2270-22
info@mondsee.at
mondsee.salzkammergut.at/