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Schwarzindien am Mondsee

Sie wollten immer schon einmal in Indien Urlaub machen, Asien ist Ihnen aber dann doch zu weit? Wir haben die Alternative

Ja, es gibt Sie wirklich, die Katastralgemeinde Schwarzindien in der Gemeinde St. Lorenz am Mondsee im Salzkammergut. Eine der am meisten gestellten Fragen unserer Gäste ist natürlich: "Warum heißt Schwarzindien Schwarzindien?" Hier unsere Erklärung, damit Sie sowohl bei Einheimischen mit Ihrem Wissen auftrumpfen können, als auch zuhause Freunden von Ihrem exotischen Urlaubsziel erzählen können.

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Schon seit über 130 Jahren kamen Gäste aus weit her um die Seewasserbäder in Mondsee zu konsultieren. Neben diesen Wannenbädern gab es aber auch ein Freibad, in dem der alte Dr. Georg Flatz vor etwa 130 Jahren schon Sonnenbäder-Kuren verordnete. Das war für die damalige Zeit geradezu revolutionär. Bis dahin hatte es kein Sommerfrischler gewagt, sich ohne Strohhut und Sonnenschirm einem direkten Sonnenstrahl auszusetzen.

Da aber diese Sonnenmedizin einer strengen patientenmäßigen Ruhe bedurfte, musste die herumtollende Jugend dem Doktor-Bad ferngehalten werden. Die jungen Leute wurden der ständigen Ermahnungen müde und „wanderten“ auf die Seeseite in die Auwälder zwischen St. Lorenz und Mondsee „aus“. Fast überall waren die Uferpartien sumpfige Niederungen, nur in einer Gegend westlich vom Mooshäusl-Bauern bis Wendt ragte ein sanfter Hügelzug bis an das Seeufer. In dieser sonst überaus einsamen Gegend wählten unsere Vorfahren, die damals im Doktor-Bad nicht geduldet wurden, auf dem höchsten Hügel am See einen dauernden Lagerplatz an einer großen Esche. Von dem Freiluftleben in Licht und Sonne waren alle diese guten Ruderer und Schwimmer ganz wettergebräunt und wenn sie wieder zu den Sommergästen ins Doktor-Bad kamen, scherzten diese: „Ihr eingeborenen Schwarzindianer“.

Einige Jahre später rüsteten die jungen Schwarzindianer eine große Expeditionsflotte aus einer Steinfuhr-Plätte und fuhren damit an das andere Ufer. Sie hatten eine Fahne vorbereitet, die sie drüben in ihrem Lagerland feierlich weihen und dann festlich aufpflanzen wollten, auch eine besondere Feier der endgültigen Namensgebung war vorgesehen. Auf einem Stück Pergament wurde die Besitz-Ergreifungsurkunde niedergeschrieben, auf der auch die Weihe des Bündnisbanners festgehalten ist. Die Urkunde trägt das Datum: Im Jahre des Heils MDCCCLXXIX Ch.N. (1879) im Monde August am 11. Tag um Vesper und die Unterschriften. Nach feierlicher Fahnenweihe und Hissen der Fahne auf der Esche wurde der Taufwein herbeigebracht und dem Landstreifen der Name „Schwarzindien“ gegeben.

Mit der Eröffnung der Salzkammergut Lokalbahn hielt der Name Schwarzindien als Haltestelle in die Fahrpläne der damaligen Zeit Einzug. Nunmehr war es möglich direkt von Wien bis nach Schwarzindien mit der Bahn anzureisen.

Noch eine wahre Begebenheit muss in diesem Zusammenhang erzählt werden. Zwischen den beiden Weltkriegen erhielt eine damals in Schwarzindien residierende Baronin einen Brief, welcher ganz offensichtlich schon länger als geplant unterwegs war. Bei der Anschrift war lediglich Schwarzindien vermerkt, ohne Österreich oder gar Mondsee als Zusatz. Die Post der damaligen Zeit dachte sich nichts Böses und schickte den Brief auf eine lange Reise in die damalige britische Kolonie nach Indien. Der Brief erreichte schlussendlich doch sein Ziel am Mondsee mit einem Vermerk des königlich britischen Postmasters von Bombay, dass ein Ort Namens Schwarzindien auf dem asiatischen Subkontinent gänzlich unbekannt sei. Jedoch verrieten ihm seine Behelfe, dass es in Österreich am Mondsee eine Bahnstation mit diesem Namen gibt.

Rührend auch die Erinnerungen von Bruno Reiffenstein - *09.08.1868 in Wien, + 30.04.1951 in Wien - einem Fotografen und Lehrer dessen Name die Gründungsurkunde von Schwarzindien ziert. Mit diesem Link kommen Sie zum Forum Kunst & Kultur im MondSeeLand, welchem diese Geschichte von Herrn Reiffensteins Großneffen zur Verfügung gestellt wurde. Unser Tipp - ausdrucken und an einem lauen Sommerabend an den Ufern des Mondsees in Schwarzindien lesen. Dazu wünschen wir viel Spaß!