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Ein unschlagbares Team: Hans Herzog und sein Norikerhengst Luki

Auf dem Holzweg?
Eine Geschichte von Mensch und Pferd

"Hüa!" und "A bissei wüst!" tönt es durch den Wald. Gefolgt von krachenden Ästen und knackendem Reisig. Beim darauf folgenden „Jö!“ kehrt abrupt wieder Stille ein.

Das kontroverse Paar, welches in dieser abgehackten Zwiesprache kommuniziert, sind Hans Herzog und sein Kollege Luki. Waldarbeiter Hans, klein drahtig und mit dichtem Vollbart und Luki, groß, muskulös und stämmig. Sehr stämmig genau genommen, denn insgesamt bringt das Muskelpaket wohl ca. 760 Kilogramm auf die Waage.

Vor der grünen Kulisse des Waldes unterhalb des Schobers arbeiten Pferd Luki und Hans Herzog im Holz.

Bereits seit sechs Jahren sind der Bergbauer und das 11-jährige Norikerpferd beste Arbeitskollegen. Hans ist der Chef, Luki die „Maschine auf vier Beinen“.

Und wie eine Maschine arbeitet er auch, nur absolut umweltfreundlich, leise sowie boden- und waldschonend.
Am heutigen Tag sind die beiden im Auftrag der Österreichischen Bundesforste AG in den Wäldern unterhalb des Schobers unterwegs, in welchen besonders der schneereiche Winter aber auch Windwurf den Wald regelrecht verwüstet haben.
Aufgrund der enormen Schadholzmenge ist nun jeder verfügbare Arbeiter gefragt. Das Gespann aus Mensch und Pferd sticht da natürlich besonders heraus.

Ihr Arbeitstag beginnt bereits um 03.00 Uhr morgens, denn so früh muss Luki gefüttert werden damit er bis in die Morgenstunden genügend Zeit hat um sein Futter zu verdauen. Nun hat Hans noch ein, zwei Stündchen Zeit sich hinzulegen, bevor es gegen sechs Uhr morgens in den Wald geht. 

Dort haben wir uns mit den beiden getroffen und Hans Herzog gefragt, worin die Vorteile der Waldarbeit mit Pferd liegen:


Besonders in schwierigem Gelände, das mit großen Maschinen nicht befahren werden kann, bzw. wo kein Seilkran für den Abtransport der Stämme aufgestellt werden kann, ist die Arbeit mit dem Pferd unersetzlich.
Hans Herzog
Freiberuflicher Holzrücker

Beim Rücken mit dem Pferd – so wird diese Art der Forstarbeit genannt – müssen die bereits gefällten Stämme zuerst so vorbereitet werden, dass das Pferd problemlos arbeiten kann. Das bedeutet die Äste und Zweige müssen abgeschnitten und der Untergrund aufbereitet werden.
Denn, so weiß Hans:


Wenn du das Holz nicht putzt, dann putzt das Holz dich!
Hans Herzog

An das spezielle Geschirr werden die Stämme nun so befestigt, dass das Pferd sie bis zur nächsten Forststraße ziehen kann.

Ein weiterer Vorteil der Forstarbeit mit dem Pferd ist, dass keine zusätzlichen Rückegassen gebildet werden müssen.
--> Anm: Eine Rückegasse ist ein ca. 3-4 Meter breiter, gerodeter Waldstreifen, der für die Ein- bzw. Durchfahrt der Forstmaschinen dient.

Das heißt die gesunden und auch die jungen Bäume, die zwischen den gefällten Stämmen stehen, werden nicht beschädigt und müssen auch nicht gefällt werden, da das Pferd ganz leicht daran vorbeikommt.
Durch das Vergleichsweise geringe Gewicht des Pferdes entstehen zusätzlich kaum Bodenschäden und die Arbeit gestaltet sich wesentlich umweltfreundlicher als die moderne Forstarbeit.

Ein weiterer Pluspunkt für das Pferd ist dessen Wendigkeit. Ein kurzer Befehl genügt und Luki ändert die Richtung, wendet oder geht noch ein kleines Stückchen nach vorne.

Mit dieser Arbeitsweise haben Hans und seine beiden Pferde Jupp und Luki bereits unzählige Wälder von Käferholz befreit, Windwürfe entflochten und Baumriesen aus Schluchten gezogen. Oft werden die Pferde auch in Nationalparks eingesetzt.

Mensch und Pferd:

Ein unschlagbares Team

Das Wichtigste an dieser schwierigen und teils gefährlichen Arbeit ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier, so Hans.

Mit ca. fünf Jahren wird das Pferd langsam und spielerisch am heimischen Hof in Taxenbach an die Waldarbeit herangeführt.

Zu Beginn werden mit einem leichten Schlitten die Kommandos geprobt und das Pferd wird darauf vorbereitet auch bei lauten Geräuschen (wie der Kettensäge) nicht zu erschrecken, denn das könnte im Wald fatal enden.


Das Pferd muss wissen, dass es dir zu 100% vertrauen kann und du ihm nichts Böses tust. Der Luki würde von mir nie Schläge bekommen, denn das würde ihn nervös und ängstlich machen. So etwas kann man bei der Waldarbeit nicht gebrauchen. Da musst du wissen, dass das Pferd steht, wenn du ihm sagst, dass es stehen soll. Und dieses fast blinde Verständnis kann man nur durch Vertrauen und niemals durch Gewalt schaffen.
Hans Herzog

Nach zwei Wochen Holzarbeit gibt es für Luki eine Woche Urlaub am heimischen Bauernhof im Pinzgau. Dort trifft er auch auf den Nachwuchs, der hier bereits ausgebildet wird um in Lukis Huf-Stapfen zu treten, wenn dieser mit ca. 18 Jahren in Pension gehen darf.

Ihre alten Tage dürfen die Pferde dann auf den Weiden des Hofes genießen.