© Interview Aichingerwirt © Alexander Rothbacher
Michael Ellmauer vom Aichingerwirt in Mondsee im Interview in einem Gastgarten.

GASTFREUNDSCHAFT
...groß geschrieben!
Beim Aichingerwirt
am Mondsee

Ehrliche, nachhaltige und traditionelle Küche, verbunden mit einem Hauch Moderne serviert uns Michael Ellmauer im Aichingerwirt in St. Lorenz am Mondsee.

Gepaart mit einer leidenschaftlichen Gastfreundschaft und innovativen Konzepten ist das familiär geführte Wirtshaus nicht nur kulinarisch eine Reise wert!

 

© Interview Aichingerwirt © Alexander Rothbacher
Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch in einem Gastgarten und reden miteinander.

Gastfreundschaft seit 1854

Bereits im Jahre 1854 ging beim Aichingerwirt in St. Lorenz am Mondsee das erste Bier über den Tresen.

Damals hat es der Ur-Ur-Urgroßvater Michael Ellmauer ausgeschenkt. Heute, 167 Jahre später, hat Michael Ellmauer (jun.), seines Zeichens Küchenmeister, Gastronom und Geschäftsführer im Aichingerwirt, den Betrieb in der 6. Generation übernommen.

Wir haben ihn in seinem sonnigen Gastgarten besucht und mit ihm über sein vielfältiges Handwerk, Hingabe, Kreativität und das Bewusstsein für regionale und saisonale Produkte gesprochen.

Der Weg zum Gastronomen

Schon als Kind war für Michael relativ schnell klar:

„Zimmerer oder Mechaniker werden, das wäre schon super, aber das Kochen, das gefiel mir immer schon am besten. Das war einfach schon von Kindesbeinen an meine Leidenschaft. Wenn im Betriebsurlaub einmal keine Gäste im Haus waren, dann hat es sich irgendwie falsch angefühlt, so leer. Das gefiel mir gar nicht.“

Die Lehrjahre im Gasthof Drachenwand haben dann ihr Übriges getan. Dort hat Michael nicht nur das Kochen und Schmecken von Chef Hannes gelernt, sondern auch das, was man nicht sofort sieht, das aber zum Handwerk genauso dazugehört: Das wirtschaftliche Denken, das Auftreten als Wirt und vor allem auch die Gastlichkeit! „Hannes ist eine großartige Person und ein großartiger Koch, der sein Handwerk mit einer Hingabe und einer Selbstdisziplin ausübt, die ihresgleichen suchen. In dieser Hinsicht habe ich wirklich viel von ihm gelernt und das hat mich auch als Person weitergebracht.“

Dass Michael dann den heimischen Betrieb übernahm, war eigentlich nur eine Frage der Zeit.

 


Natürlich gab es auch die Idee, ins Ausland zu gehen, in renommierten Betrieben zu arbeiten, aber als gebürtiger Mondseer geht man halt nicht so gerne weg [lacht]! Zudem wollte ich mir einfach gleich im elterlichen Betrieb etwas aufbauen.
Michael Ellmauer

Die Offenheit für Neues verbindet Generationen

Heute betreibt Michael gemeinsam mit seiner Frau Sonja den Mehrgenerationenbetrieb, in welchem auch seine Mutter Martina und sein Vater Michael sen. sowie sein Bruder Christian in Vollzeit mitarbeiten.
„Durch den geringen Altersunterschied zwischen meinen Eltern und Christian und mir ist das Betriebsklima nicht so steif, wie es vielleicht früher einmal gewesen ist – man sieht sich eher als Freunde und es geht sehr kollegial herunter.“

Michaels Bruder Christian ist der Service Chef im Betrieb und kümmert sich auch um die Duroc-Schweine.  Michaels Vater betreut die Hochlandrinderzucht.

Selbstverständlich gibt es in einem Familienbetrieb auch einmal Meinungsverschiedenheiten, die Offenheit für Neues aber verbindet den Aichingerwirt bereits seit Generationen.
Den Ton aber, das gibt uns Michael mit einem Schmunzeln zu verstehen, gibt immer nur einer an!

 

Bewusstsein und Kreativität in der Küche

Oberste Priorität hat beim Aichingerwirt die Verwendung von regionalen und saisonalen Produkten.

Die frischen Mondseefische kommen von Berufsfischer Hubert Daxner oder dem benachbarten Quellwasser-Fischteich von Familie Schweighofer. Das Wild liefern die Jäger aus der Region, das Bio-Schafmilcheis kommt vom benachbarten Wolfgangsee.
Das Schwarzbrot für die Gäste wird von Mama Martina gebacken und das restliche Gebäck wird von der Bäckerei Obauer aus Zell am Moos geliefert.

Absolutes Alleinstellungsmerkmal aber sind die bereits seit 2004 gemütlich auf den angrenzenden Weiden grasenden Hochlandrinder. Durch ein absolut stressfreies Leben, einen respektvollen Umgang mit den Tieren und den kürzest möglichen Schlachtweg, entsteht daraus feines, marmoriertes Rindfleisch allerhöchster Qualität.

Hinzu kamen dieses Jahr noch vier Duroc-Schweine, die in einem angrenzenden Waldstück untergebracht wurden und bald die Speisekarte im Aichingerwirt ergänzen werden.


Für mich hat es oberste Priorität, die Tiere wie Menschen zu schätzen! Jedes Tier hat es verdient, anständig behandelt zu werden und ist ein Lebewesen, wie wir es sind. Der Verkauf von Billigfleisch aus der Massentierhaltung oder Importfleisch, z. B. aus Argentinien, wäre für mich absolut undenkbar. Ich glaube das schmecken auch unsere Gäste!
Michael Ellmauer
Aichingerwirt

From nose-to-tail

Daher wird in der Küche des Aichingerwirts auch nach dem „nose-to-tail“-Prinzip gekocht. D.h. es wird versucht, möglichst alle Teile des Tieres zu verwenden.

Dies war wahrscheinlich auch bereits 1854 der Fall, damals aber eher aus der Wirtschaftlichkeit heraus. Heute nimmt das Umweltbewusstsein der Gäste immer mehr zu und geht hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise. Da liegt es absolut auf der Hand, dass in einer modernen Küche so gesehen wieder „altmodisch“ gearbeitet wird – einfach weil es Sinn macht.

Tipp:
Ein tolles Beispiel dafür wäre etwa das sogenannte „Beuschel“, eine traditionelle österreichische Speise aus Kalbsinnereien wie Lunge und Herz – in der Gastronomie mittlerweile selten gesehen und einfach lecker!

Das Beste für alle Gäste

Im Aichingerwirt gibt es das Beste für alle Gäste. Und das ist nicht nur der neue Slogan des Hauses, sondern wird auch so gelebt. Hier wird darauf geschaut, dass wirklich alle Gäste zufrieden nach Hause gehen.

Seien es Familien mit Kindern, die den großen Kinderspielplatz nutzen und das Kindergeschirr beim Frühstücksbuffet verwenden oder seien es Sportler, die von der speziellen Sportlernahrung, Insiderinfos zu Radstrecken und der Radgarage profitieren.

Michael: „Bei uns zählt jeder Gast und es wird keiner vergessen! Jeder soll nach einem Besuch bei uns zufrieden nach Hause gehen“

Auf unsere Frage nach seinen Wünschen für die Zukunft von Mondsee kommt Michael so richtig ins Schwärmen:


Mein größter Wunsch wäre eine Markthalle für den Markt Mondsee. Es gibt zwar am Samstagvormittag den Bauern- bzw. Wochenmarkt, der auch wirklich super ist, aber schaut man nach Italien oder Frankreich, sieht man dort diese fix installierten Markthallen – dort könnte man die ganze Woche über einkaufen – vielleicht mit einem Wochentag an dem alle regionalen Produzenten ihre Waren ausstellen usw.
Das wäre nicht nur für die Einheimischen eine große Bereicherung, sondern auch für die Gäste der Region – aus meiner Sicht eine Win-Win Situation!
Michael Ellmauer

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