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Godn und Göd kommen mit der Osterbrezel

Im gesamten deutschen Sprachraum ist es Brauch, dass Paten ihren Patenkindern zu Ostern und Allerheiligen bestimmte Gebäcke schenken.

 

Wer diesen Brauch kennt, weiß: Es war immer aufregend, wenn sich die Taufpatin oder der Taufpate mit einem Besuch in der Osterzeit angekündigt hat. Zugegeben, es war großteils auch die Freude darüber, dass die Godn oder der Göd ein Osternest oder einen Korb mit Geschenken mitbrachte. Doch während Spielsachen oder Geldgeschenke in Vergessenheit geraten sind, so ist eines in Erinnerung geblieben: die Osterbrezel inmitten der anderen Gaben, die unmissverständlich symbolisierte, dass es sich bei diesem Besuch um etwas Besonderes handelte.


Woher kommt dieser Brauch?
Wie bei allen großen Anlässen im Jahreskreis entwickelten sich auch für die Osterzeit eigene Speisebräuche. Dem Brot als einstiges Hauptnahrungsmittel kommt dabei nach wie vor eine große Rolle zu. Die handgeformten Backwaren – so genannte Gebildebrote – haben ihren Ursprung im Reich der Mythen und Legenden. Als Sinnzeichen und Symbole waren sie einst Mittelpunkt kultischer Handlungen und haben später als Teignachbildungen Menschen und Tieropfer abgelöst.
Das Brauchtum um das Brot geht auf die tiefverwurzelte Vorstellung zurück, dass die lebenserhaltene Kraft, die dem Getreide zugesprochen wird, auf den Essenden übergeht, und dass das symbolisch Dargestellte gleichzeitig mit übertragen wird. Auch im Christentum steht das Osterbrot und –gebäck für Stärke und gemeinsames Mahl. Es ist außerdem Zeichen dafür, dass Jesus das lebendige Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist.


Verschiedene Arten der Osterbäckerei
Bei den Ostergebäcken gibt es drei Gruppen: die Fastengebäcke, die Patenspenden bzw. Patengeschenke und die eigentlichen Osterbrote oder Weihebrote. Die Brezel – sie ist als christliche Fastenspeise bekannt – wurde früher nur in der Fastenzeit hergestellt. Daher liegt es nahe, dass dieses Gebäckstück häufig für den Oster-Brauch verwendet wird.

Die Osterbrezel im Mondseeland
Im Mondseeland wird die Tradition der Osterbrezel auch heute noch gelebt und weitergegeben, bestätigt Bäckermeister Frank Berger von der gleichnamigen Bäckerei in Mondsee. "Früher war es etwas Besonderes, frisches Brot oder Süßes essen zu können. Heute ist jederzeit alles verfügbar und eine Osterbrezel vielleicht nicht mehr von so bedeutendem Wert wie früher." Dennoch, so Berger, liege es unter anderem an seiner Zunft, dieses Brauchtum zu erhalten und zu vermitteln. "Wir weisen unsere Kunden immer wieder darauf hin, dass es diesen Brauch gibt und es bei uns üblich ist, dass die Paten ihren Patenkindern zu Ostern eine spezielle Brezel schenken. Viele wissen von diesem Brauch, einige aber auch nicht. Und die meisten kaufen die Brezel ohnehin fürs Frühstück an den Osterfeiertagen."

Osterbrezel erinnert an Kindheit
"Das Charakteristische an der Osterbrezel ist wohl ihre Größe", sagt Berger. "Unsere Osterbrezeln, die aus feinem Brioche-Hefeteig hergestellt werden, wiegen ca. 60 dag, enthalten keine Rosinen und werden mit Hagelzucker bestreut. Immer wieder würden seine Kunden besondere Wünsche bezüglich Größe oder Aussehen haben. "Darauf gehen wir gerne ein, weil die Menschen damit Kindheitserinnerungen verbinden und die Brezel daher genau so haben möchten, wie sie sie von früher gewohnt waren."

Weihwecken wurde an Familienmitglieder verteilt
Noch seltener als die Osterbrezeln sind heute die "Weihweckerl", die Berger ebenfalls herstellt. "Meine Großmutter hat diese immer zur Speisensegnung am Karsamstag mitgenommen und den Enkelkindern anschließend was davon gegeben." Ihr verdanken wir wahrscheinlich, dass man diese Weihwecken nach wie vor in Mondsee erhält.

Quellenangaben: Universität Innsbruck

 

geschrieben von Andrea Vitzthum

Kontakt

Tourismusverband Mondsee-Irrsee
Dr. Franz Müller Str. 3
5310 Mondsee

+43 6232 2270
+43 6232 2270-22
info@mondsee.at
mondsee.salzkammergut.at/